Was ist die Einmalvergütung?
Die Einmalvergütung (EIV) ist die einmalige Bundesinvestitionsförderung der Schweiz für Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern. Sie wird von der Pronovo AG im Auftrag des Bundesamts für Energie (SFOE / BFE) verwaltet und hat 2018 die frühere KEV-Einspeisevergütung für neue Kleinanlagen abgelöst. Im Unterschied zur KEV wird die EIV als Pauschalbetrag bei der Inbetriebnahme ausgezahlt – nicht über 25 Jahre verteilt –, was die Liquiditätsplanung wesentlich vereinfacht.
Es gibt zwei Kategorien:
- EIV klein (KLEIV): Anlagen bis 100 kWp. Pauschale Vergütung, nach der Installation beantragt.
- EIV gross (GREIV): Anlagen ab 100 kWp aufwärts. Individuelle Berechnung; erfordert Vorabgenehmigung.
Die meisten Schweizer Einfamilienhäuser fallen unter KLEIV.
KLEIV-Vergütungstabelle 2026
Pronovo überarbeitet die Basissätze jährlich. Die nachstehenden Zahlen entsprechen den Sätzen für Anlagen, die ab dem 1. Januar 2026 registriert werden:
| Anlagengrösse | Basisvergütung (CHF/kWp) | Geschätzter Gesamtbetrag für typische Grösse |
|---|---|---|
| Bis 10 kWp | CHF 700 | CHF 4'900 (7-kWp-Anlage) |
| 10–30 kWp | CHF 560 | CHF 11'200 (20-kWp-Anlage) |
| 30–100 kWp | CHF 490 | CHF 34'300 (70-kWp-Anlage) |
Hinweis: Dies sind die Bundesbasissätze. Viele Kantone gewähren zusätzliche Beiträge – siehe Abschnitt «Kantonale Boni» weiter unten.
Fördervoraussetzungen
Um die EIV zu erhalten, muss Ihre Anlage mehrere Kriterien erfüllen:
- Nur Neuanlagen: Nachrüstungen, die die Leistung wesentlich erhöhen, können ebenfalls förderberechtigt sein
- Mindestgrösse: 2 kWp für KLEIV
- Netzanschluss: Die Anlage muss Strom in das Schweizer Elektrizitätsnetz einspeisen
- Zertifizierte Komponenten: Solarmodule und Wechselrichter müssen auf der von Pronovo geführten Liste zugelassener Produkte stehen (vierteljährlich aktualisiert)
- Schweizer Installateur: Die Inbetriebnahme muss durch eine konzessionierte Schweizer Elektrofachkraft erfolgen
- Gültige Baubewilligung: Meldeverfahren (vereinfachtes Anmeldeverfahren) oder vollständige Baubewilligung, je nach Kanton und Dachtyp
Schritt-für-Schritt-Antragsprozess
1. Angebote einholen und Anlage auswählen
Nutzen Sie eine Vergleichsplattform wie Comparisun, um zertifizierte Schweizer Solarinstallateure zu vergleichen und Angebote einzuholen. Prüfen Sie, ob die vorgesehenen Komponenten auf der aktuellen Pronovo-Liste zugelassener Produkte stehen, bevor Sie unterschreiben.
2. Baubewilligung einholen
Für die meisten dachintegrierten Anlagen an bestehenden Gebäuden gilt das vereinfachte Meldeverfahren – eine kurze Anmeldung bei Ihrer Gemeinde statt einer vollständigen Baubewilligung. Erkundigen Sie sich bei Ihrer kantonalen Energiefachstelle nach den örtlichen Vorschriften.
3. Anlage installieren und in Betrieb nehmen
Ihr Installateur schliesst die Anlage an und erstellt ein Inbetriebnahmeprotokoll.
4. Auf pronovo.ch registrieren
Erstellen Sie ein Konto im Pronovo-Portal und reichen Sie Ihre Anmeldung innerhalb von 3 Monaten nach Inbetriebnahme ein. Sie benötigen das Inbetriebnahmedatum, die Installateurdaten, die Seriennummern der Module sowie das Wechselrichtermodell.
5. Vergütung erhalten
Pronovo prüft Ihren Antrag und überweist die Förderung bei Genehmigung direkt auf Ihr Bankkonto, in der Regel innerhalb von 6 bis 10 Wochen.
Häufige Fehler vermeiden
- Versäumnis der 3-Monats-Frist zur Anmeldung (feste Frist – keine Verlängerungen)
- Installation von Modulen, die zwischenzeitlich von der Pronovo-Liste gestrichen wurden
- Vergessen, EIV-Zahlungen bei der Steuererklärung korrekt zu deklarieren (die EIV ist nicht einkommenssteuerfrei; die kantonalen Regelungen unterscheiden sich)
- Antragstellung vor vollständiger Inbetriebnahme
Wie unterscheidet sich die EIV von der alten KEV?
Die frühere kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) bot garantierte Einspeisetarife über 25 Jahre. Neue Anlagen können nicht mehr für die KEV angemeldet werden. Bestehende KEV-Bezüger werden weiterhin nach ihren ursprünglichen Verträgen vergütet. Falls Ihr Gebäude einen KEV-Vertrag besitzt, können Sie für dieselbe Anlage nicht gleichzeitig die EIV beanspruchen – wenden Sie sich bei einer geplanten Erweiterung an Pronovo.
Kombination mit kantonalen Förderungen
Die Bundes-EIV und kantonale Solarboni sind in der Regel kombinierbar. Kantone wie Bern, Genf und Zürich bieten zusätzliche Beiträge, die pro Installation CHF 500–2'000 ausmachen können. Klären Sie immer die aktuellen kantonalen Sätze mit Ihrer Energiefachstelle ab, bevor Sie Ihr Budget festlegen.